In unregelmäßigen Abständen werde ich in diesem Bereich der Page hin und wieder meinen Senf zu diversen Vorkommnissen geben

 

 

Leserbrief
 
Bezugnehmend auf den Artikel vom 07.09.2010 in der IVZ
Hundesteuer in Hörstel, Anmeldepflicht bis 31. Oktober
 
Im Grunde ist es müßig, sich über den Artikel auszulassen da nun einmal: „wo das Geld winkt, die Vernunft auf der Stecke bleibt“.
 
Ich habe dem Bürgermeister der Stadt wie folgt geschrieben

 
 
Sie sprechen im Rahmen der nun eingeführten Hundesteuer von:
 
"Ich appelliere im Sinne der Steuergerechtigkeit an Ihre Fairness gegenüber allen Mitbürgerinnen und Mitbürgern, Ihrer Meldepflicht nachzukommen". 
 
Welche Fairness im Rahmen der sogenannten "Steuergerechtigkeit" ist damit gemeint?
Würde es gerecht und im Rahmen der Gleichbehandlung von Menschen gehen, so müssten auch Menschen mit Pferd/Katze/Maus etc. entsprechend besteuert werden.
Gerecht im Rahmen der Gleichbehandlung von Menschen auch Nichttierhalter ihren Obolus zum Wohle der Stadt/Gemeinde  über die „normalen“ Lasten leisten.
Gerecht wenn auch der Hund in seinem „Steuerverhalten“ nicht unterschiedlich besteuert würde.
Nun. Wir werden unsere 6 Hunde (der siebente starb im Juni) die wir via Tierschutz übernommen haben, ordnungsgemäß dem Ordnungsamt gemeldet, ordnungsgemäß auch zur Steuer anmelden.
Das sind ja gerade mal  432 Euro. Gott sei Dank sind die Tierchen zumeist schon zweistellig im Alter. Das lässt die Besteuerung zeitlich abschätzen.
Und natürlich werden wir in Zukunft die Finger davon lassen, im Tierschutz gelandete Hunde aufzunehmen, zumindest nicht mehr in der bisherigen Anzahl. Die Tierheime werden ohnehin immer voller, da kommt es auf den einen oder anderen auch nicht mehr an, oder? (Ironie)
 
Die Argumentation, das schließlich fast alle Gemeinden Hundesteuer erheben: bitte nicht. Wenn alle jedem alles nachmachen würden...
Diese Zeilen in der Gewissheit, dass Hunde niemals Steuern auf ihre Menschen erheben werden. Nicht nur deshalb mag ich die Viecher irgendwie.
Mit freundlichen Grüßen

Uwe Hermann, Bürger dieser Stadt

 

So. Nach Info sei mein Artikel zu lang. Im zweiten Bereich, sage ich mal, wurde es für die Leute zu fachspezifisch bzw. vielleicht auch zu heikel.

Der nichtveröffentlichte, doch nun hier veröffentlichte Bereich:

 

Da fehlt doch wohl ein Rad?

 

 

P.S. Wenn Sie schon keine Unterschiede machen wollen. Lassen sie wenigstens alte, sozial schwache Menschen mit geringer Rente/Hartz IV außen vor.

Das wäre dann zwar irgendwie auch nicht "gerecht", doch wenigstens sozial.

Via Mail erreichte mich heute (09.09.2010) eine Antwort seitens eines Mitarbeiters der Stadt, welcher auch nur lapidar darauf hinwies, dass alles ausdiskutiert worden sei, in den Protokollen nachlesbar.

Eigentlich wollte ich eine Antwort seitens des Angeschriebenen (das gebietet eigentlich die Höflichkeit) und kein Verstecken hinter Floskeln.

Zur Besteuerung angeblich gefährlicher Hunde, diese aufgelistet in dem unerträglichen, dessen Inhalt oft an Fachkenntnis fehlenden, Landeshundegesetz NRW, abgeleitet von der vorherigen Landeshundeverordnung, ist den Haltern der betroffenen Rassen bzw. Mixe, von meiner Warte aus zu raten, sich diverse Verwaltungsgerichtsurteile anzuschauen.

Siehe z.B. Verwaltungsgericht Neustadt (AZ:1 K 1524/07.NW), Hessischer Verwaltungsgerichtshof , Presseinformation Nr.25/2006 vom 06.12.2006 usw.
Somit wäre ein Gang zu den hier zuständigen Verwaltungsgerichten ein Gedanke der von den entsprechenden Hundehaltern in Augenschein genommen werden sollte.
 
Mir stellt sich nun noch die philosophische Frage. Bin ich gleichgestellter Mitbürger oder, bedingt durch die zusätzliche Besteuerung, eher nicht?
Oder aber besonders sozial (der Gemeinschaft dienlich) auf Grund zusätzlicher Ausgaben?
 
Bevor nun alte Gräben geöffnet werden mit Diskussionen über Hundekot etc. Nun. Nach neuen, nachvollziehbaren Erkenntnissen im Rahmen der Domestikation (Haustierwerdung) hätten wir uns das Wesen mit Namen Hund ersparen können.
Dann, wenn der Mensch von Beginn seiner Existenz an gelernt hätte seinen Müll fachgerecht zu entsorgen.* Das ist bis heute nicht der Fall. Eine kleine Tour mit dem Fahrrad in das viele Grün der Stadt Hörstel reicht, um festzustellen, das sich zwar kaum Hundekot findet, doch Unmengen an Papier, Plastik und Sonstigem entlang der Wege.
Was obige Erkenntnis bestätigt. Doch würde es nun zu weit führen darüber zu referieren.
 
Zum Schluss. Ja. Ich mag Hunde u.a. weil sie gerechterweise keinen Unterschied machen zwischen Haltern, Nichthaltern etc.
Indes mag ich keine Menschen die mir weismachen wollen, unter Umständen unfair zu sein, weil ich das Tun, Steuern für ein Lebewesen zu erheben, für reine Abzocke halte.
Außerdem mag ich keine Menschen die sich christlich oder sozial auf die Fahnen schreiben und nicht davor zurückschrecken auch wenig Betuchten in die Tasche zu greifen. „Der Rat hat entschieden“.
Mit freundlichen Grüßen an alle Hundehalter, die hoffentlich nicht vergessen, wer ihnen die Suppe eingebrockt hat.
Uwe Hermann
 
P.S. Übrigens. Die Wirtschaftskrise, leere Kassen sind kein überraschendes Übel. Vorausschauender planen, handeln, umsetzen. Nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, das große Wehklagen anstimmen. Übrigens ist der Hund gleichsam ein Wirtschaftsfaktor.
 
 
* Quelle Ray und Lorna Coppinger Hunde -  Neue Erkenntnisse über Herkunft, Verhalten und Evolution der Kaniden (früher Caniden)

 

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