Nein, ich werde hier nicht das "hohe Lied" auf den Schäferhund, hier nun der Deutsche Schäferhund, anstimmen. Ich halte nichts von Schutzdienst von Co., nicht viel von dem Begriff: "Gebrauchshund". Eigentlich wird jeder, unabhängig von Rasse/ Mixe Hund, "gebraucht". Seine gesundheitlichen Probleme sind in diversen Ausarbeitungen definiert. Trotzdem geht von diesen Hunden eine Faszination aus die mich immer wieder überlegen lässt ... soll ich mir einen Hund dieser Rasse noch einmal antun?

Denke ich an meinen unlängst verstorbenen Asko. Ein feiner Kerl, indes hibbelig, bellte für sein Leben gern. Manchmal nervig, andererseits... man konnte sich auf ihn verlassen.

Meine erste Begegnung mit einem Schäferhund ...zwiespältig. Mein Vater brachte ca. 1966 einen Vertreter dieser Rasse mit nach Hause. Gelebt hat er im Schuppen und hing an der Kette. Zu der Zeit eh furchtbar ängstlich Hunden gegenüber war sein Bellen beeindruckend. Insgeheim, ja auch 8 jährige können schon denken, hätte es mir gefallen mit ihm in Kontakt zu treten. Doch unterließ ich das Unterfangen, der Kerle war mir nicht geheuer.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schäferhund Rüde

1969 lernte ich in  Rothertshausen, einer Bauernschaft in Niedersachsen, die Schäferhündin Senta kennen. Eine kontaktfreudige, freundliche Hündin. Eine Episode bleibt mir unvergessen. Irgendwann bekam Senta Welpen.  Im Alter von 6-7 Wochen waren die Welpen immer mehr daran interessiert, den jeweils "zur Verfügung stehenden" Menschen in Beschlag zu nehmen. Unbekümmert und dreist. Einmal hatte mich diese Bande ins Visier genommen. Senta bemerkte das es mir zuviel wurde, fuhr dazwischen und trieb die Horde auseinander.

Die Hündin selbst, nachdem der Halter einen männlichen Welpen auswählte, sah einem ungewissen Schicksal entgegen. Ein Hund auf dem Hof reicht, ein Rüde einer Hündin gerne vorgezogen wurde.

Laut Info nach Jahren soll das Mädchen angeblich in einem Tierversuchslabor gelandet sein. Nun. Den Hof, nachdem Senta nicht mehr da, war habe ich danach nicht mehr betreten.

Für mich war klar. Eines Tages wollte ich auch einen Hund haben. Der Deutsche Schäferhund, zu der Zeit verschrien als zu aggressiv, schien mir nicht sinnvoll.

So erwarb ich im Jahre 1976 eine Belgische Schäferhündin. Nach dessen Tod 1981 wurde ich auf den Leonberger aufmerksam.  Jahrzehntelang hielt ich Hunde dieser Rasse. Leider mitverfolgen müssen wie schnell diese Hunde starben, wie gering ihre durchschnittliche Lebenserwartung war bzw. ist.

Ab 1996 gab es dazu immer mal einen Schäferhund, wie auch Hovawart.

Nun schreiben wir das Jahr 2012 und ich stehe an einem Scheideweg. Drei Rassen die mich beschäftigen. Der Leonberger, der Hovawart, der Deutsche Schäferhund.

Mit zunehmenden Alter beginne ich mehr und mehr Rückschau zu halten. Wo soll es in den nächsten 10 Jahren hingehen? Ich wäge ab, ändere die Reihenfolge.

Deutscher Schäferhund, Hovawart, Leonberger. Falls also in diesem Jahr die Welt nicht untergeht wird es ein Schäferhund sein. Ein Rüde, weil mir ihr Ausdrucksverhalten imponiert.

Wenn geht nicht als Welpe, eher als Junghund. Ältere Vertreter dieser Rasse, wenn ich an unseren Roy denke, wird kompliziert bei der Einbindung.

Ein Versuch mit einem 5-7 Jahre alten Schäferhund Rüden (Osteuropäische Varietät) war unbefriedigend. Es macht keinen Sinn hierbei zu experimentieren. Es muss letztendlich passen, die anwesenden Vierbeiner müssen einverstanden sein.

Zwangsläufig weil alle zusammen leben, im Haus, auf dem Freigelände. Zwingerhaltung lehne ich bzw. lehnen wir kategorisch ab. Diese "Haltungsform" ist durch nichts zu entschuldigen. Es gibt absolut keinen sinnvollen Grund einen Hund in einen Käfig zu sperren.

 

Schäferhund Rolf. Gehörte einem Freund.

Nach dem Tod meiner belgischen Schäferhündin lieh ich ihn mir aus.
Ein freundlicher Vertreter seiner Rasse.

Sorry. Die Bildqualität ist nicht berauschend.

Erstellt 1981

 

 

Wem Hunde zu schmutzig, der Perserteppich wichtiger, dieser in Lebensgefahr gerät, sollte von der Hundehaltung Abstand nehmen. Es sind lebende, denkende, Geschöpfe.

Sehen anders aus als Menschen, habe ihre eigenen Vorstellungen vom Leben. Das sollte man diesen Vierbeiner zugestehen. Wer das verinnerlicht, mit den Hunden lebt, versucht diese zu verstehen, wird sie mit anderen Augen betrachten.

Es gibt nichts schöneres als mit einem Lebewesen einer anderer Art in Kommunikation zu treten. Kein Buch wird all diese Interaktionen vermitteln/erklären können. Kein Gespräch, egal wie lang, reicht.

Nicht einmal das Leben selbst. Dafür ist der Hund in seiner Vielfalt viel zu komplex. Selbst innerhalb einer Rasse ist die Bandbreite unüberschaubar.

Neben meiner Geschichte werde ich in anderen Rubriken den Standard, Wesen, Entstehungsgeschichte darstellen. Hierbei handelt es sich um Beschreibungen seitens des führenden Zuchtverbandes. Sie sollen als Info verstanden werden. Den Schäferhund an sich muss man zwangsläufig selbst erleben.

 

Dojan. Ein zu der Zeit noch junger Altdeutscher Schäferhund Rüde. Er kam als Welpe zu uns.

Hündin eines ehemaligen Arbeitskollegen

Ivo.
Landete im Tierheim weil er auf dem Platz den Blödsinn nicht so richtig verstand. Ein freundlicher, temperamentvoller und sehr verträglicher Rüde. Eines der Gründe warum ich wohl noch einmal solch einen Hund ins Haus hole.

Auch hier gilt. Nicht die Schönheit. Wesen und Gesundheit sollen an erster Stelle stehen. Und bevor sie sich einen Welpen dieser Rasse antun... es gibt unzählige Schäferhunde die ein neues Zuhause suchen. Sie werden erleben das sie den niedlichen Welpen vergessen wenn ein in Not geratener Hund bei Ihnen eine neue Perspektive findet. Er wird alles tun um es jedem so weit möglich recht zu machen. Für einen Hund gilt: "Ich will leben".

Wollen wir das alle letztendlich nicht auch?

Asko. Verstorben im November 2011. Gut, er war wie so mancher Hund dieser Rasse
recht "bellfreudig", etwas nervös. Mit seinem Schlappohr wahrscheinlich nicht gerade dem Standard entsprechend. was ihm furchtbar egal war.

Trotz seiner "Fehler" ein treuer, ja, ein sehr treuer Wegbegleiter.

Bild wurde mir vor X Jahren zugesandt. Leider ist mir der oder die Urheber bzw.
Urheberin namentlich nicht mehr bekannt. Ein Gespann das auch hier funktionierte.
Schäferhund in Kombination mit einem Hovawart.

Rechts noch einmal Dojan

Hinsichtlich Standardvorgaben etc. Wird man in diesem Bereich finden. Meine Schäferhunde bislang waren bis auf Dojan und Ivo, Feld,-Wald,-und Wiesen Schäferhunde. Mal mit Schlappohr, mal ohne. Wer es genau nehmen möchte, schaue sich bei den zuständigen Vereinen um.

Created&Copyright Uwe Hermann 1996-2013