Nach dem Tod von Ben am 09.02.2015 war vornherein klar das wir den Platz wieder neu vergeben. Der Vergangenheit sei es geschuldet das ich hierbei den Deutschen Schäferhund oder einen Hovawart bevorzugen würde.
Beim Schäferhund möglichst einen "Feld,-Wald,-Wiesen Schäferhund". Ob Axel zu dieser Kategorie gehört schwierig zu beantworten. Er selbst gibt dazu keine Auskunft. Am 07.03.2015 übernahmen wir das Kerlchen.
Die Einbindung ins Rudel war unspektakulär. Selbst unser schwarzer Chaot fühlte sich nicht gefordert mal wieder in seinem Verhalten zu übertreiben.
Axel selbst zeigte sich von Anfang an als sehr verträglicher Schäferhund. Dazu insgesamt freundlich.
Seitdem ist gerade mal eine Woche vergangen.
 
Axel gehört dazu als sei er schon seit Jahren hier. Ein wirklich lieber Vertreter seiner Rasse. Ein Hund der schon einiges im Leben erlebt hat.
Er lebte, besser vegetierte, vorher in Italien, war dort seit zwei Jahren eingesperrt in einer 1X2 Meter "großen" Box. Der Boden aus Beton, kaum geschützt gegen Wind und Wetter.
Als wir ihn übernahmen dazu völlig abgemagert und verdreckt. Solche Handlungsweisen gegenüber Mitlebewesen kann sich auch nur der Mensch ausdenken.
Da ist man gerne mal geneigt nicht gerade freundlich gegenüber solchen "Menschen" zu argumentieren.

 

Jetzt hier lebend nutzt er seine Chance. Umgänglich, interessiert, schaut er sich so manches von den hier schon lebenden Vierbeiner ab. Er lernt schnell, in Ruhe, ohne Hektik.
Axel ist wohl von unserem unlängst verstorbenen Ben geschickt worden. Axel erweist sich jedenfalls als würdiger Vertreter.
Eine Aufgabe wurde ihm von den anderen schon zugewiesen. Er darf zuerst die Zweibeiner früh morgens aus dem Bett werfen.
Also kommt er, stupst kurz mit der Schnauze, leckt sozusagen dabei  kurz  mit der Zungenspitze = fertig, Menschen wach, Aufgabe erledigt.

Ein freundlicher und im Rudel verträglicher Rüde

Selbst Roy der bei neuen Hunden manchmal misstrauisch reagiert verhielt sich brav

Die Hundehaltung begann mit einem Schäferhund und wird wohl eines Tages damit enden.

Rico rechts unten stellt seinen neuen Freund vor...

Ist akzeptiert...

Das Rudel geht wieder "den Tagesgeschäften" nach.

 
Wie schon angemerkt ist Axel unkompliziert. Im Rudel zeigt er sich überaus freundlich. Da bei ihm selbst Roy nicht auf dumme Ideen kam lief Axel schnell mit im Rudel.  Das macht es angenehm da man selbst kaum regulierend eingreifen.
musste. Die Ausnahme höchstens  sein Hang gerne etwas zu klauen. Nicht sonderlich erwähnenswert weil weit wichtiger dass das Zusammenleben im Rudel gewährleistet ist. Wenn Axel müde ist legt er sich gern auf seinen Teppich. Die Hundekörbe bzw. Hundebetten die hier ausreichend zur Verfügung stehen ist noch nicht sein Ding.
Der erste der sich von den Hunden für Axel interessierte war wie vermutet Rico. Er und Axel spielen oft zusammen. Rico selbst war nach dem Tod von Ben irritiert, schließlich war dieser sein Freund mit dem er über die Wiese lief und und spielte.
Dafür hat er nun Axel der gerne auf die Aufforderungen von Rico eingeht.

Ich bin stark....

ich bin stärker...

Mist aber auch....

Seine Zottel am Hinterlauf ist er mittlerweile so gut wie los. Unglaublich was da an zusammen geklebten Haaren entfernt werden musste.  Das bürsten nahm er ohne zu murren und gelassen hin. Wir denken das wir mit ihm einen tollen Schäferhund übernommen haben der uns so lange wie möglich begleiten wird, der sieht das nicht alle Menschen schlecht sind. Grund zu der Annahme hätte er im Laufe seines Lebens genügend gehabt.

 

April 2015
Wie schon beschrieben ist und zeigt sich Axel als ein im Rudel sehr sozialverträglicher Vierbeiner. Hierbei offen und frei. Besuchern gegenüber sehr freundlich, nimmt so manchen die gegenüber einem Schäferhund vorsichtiger agierenden Zweibeinern alle Sorgen ab. Es gab Zeit wo Vertreter dieser Rasse mehr als oft ungenießbar waren.
Ein seitens des Menschen implementiertes Verhalten das im Widerspruch zu dem Sozialverhalten dieser Lebewesen steht und stand. Selbstredend kann ein Hund verflixt fest zubeißen doch das ist ein Tun das er  nicht im Rahmen irgendwelcher Konfliktlösungsstrategien als erste Wahl einsetzt. 
Im  Rudel/täglichem Zusammenleben ist das sehr zu gut zu beobachten.  Bislang sind mir nur zwei Hunde begegnet die ein abweichendes Verhalten zeigten. Hierbei ausschließlich auf Grund gesundheitlicher Probleme deren Wurzeln immer noch nicht in Gänze bekannt sind. Siehe "idiopathische Aggressivität" = "ohne bekannte Ursache"
Man lernt hierbei schnell wie viel Kraft in einem Hundegebiss verborgen ist. Muss man  (oder auch nicht) erlebt haben. Schmunzelnd würde ich anfügen: " ...dann kann man mitreden".
Axel ist insgesamt en sicherer und freundlicher Vertreter seiner Rasse, lässt sich aber nicht "die Butter vom Brot" nehmen. Dabei reicht zumeist ein direkter Blick mit den Augen, eine Körperhaltung, oder ein  kurzes Knurren. 
Er und Rico sind hier ein eingespieltes Team. Rico ist eh der Meinung das "er ihn gefunden habe" und logischerweise zu ihm gehört. In einigen Situationen zeigt Axel ein Unbehagen. Das könnte liegen an seiner nicht so schönen Vergangenheit oder ist in seinem Wesen begründet. Es gibt nun mal, wie bei uns Menschen, mehr oder weniger sensible  Individuen. Ergo fällt die Definition nicht leicht.
Man sollte also vorsichtig sein mit voreiligen Schlussfolgerungen. Zu gerne werden diese angeführt. Egal ob es passt oder nicht.

 

Jetzt sieht unser Axel richtig gepflegt aus...

stromert auch mal allein über das Gelände

Selbst unser "aller Roy" hat schnell begriffen das Axel ein "verflixt" lieber Vertreter seiner Rasse ist.

Hier zusammen mit Lady, Rico & Sunny

 
Es ist eine Crux. Selbst unter Hunden werden Verhaltensweisen unterschiedlichen Interpretationen zugeordnet. Einfach ausgedrückt: Weiß kann eine Farbe sein oder aber mit Wissen in Verbindung gebracht/zugeordnet werden.
Auch Hunde sind im Denken nicht eindimensional, keine von Instinkten gesteuerten Vollidioten. Das macht das Leben mit ihnen auch so angenehm, reizvoll, auch anspruchsvoller. 
Axel zeigt sich, wie schon angeführt, im Umgang mit Seinesgleichen wie auch Menschen sehr freundlich. Er verzeiht Unzulänglichkeiten die sich zumeist bei Menschen manifestieren. Das Unverständnis gegenüber "hundlichem" Verhalten das sich nicht in irgendwelchen Methoden/Rezepten pressen lässt. Menschen fallen immer wieder darauf rein das es solche Bedienungsanleitungen gibt. Bedauerlich das man fortlaufend darlegen "darf" das solche Ansichten barer Unsinn sind.
Hunde zeigen sich vielschichtiger wenn man sich auf sie einlässt, wenigstens versucht zu verstehen. Sie lassen uns teilhaben an ihrem Leben und machen keinen Unterschied auf wie viel Pfoten man sich fortbewegt. Eine Geistesleistung zu dem Menschen zu oft nicht  fähig sind. 
Darüber ließe sich stundenlang philosophieren. 
 
Was auch Spaß macht. Man lebt ja Tag und Nacht zusammen, beobachtet, macht sich Gedanken. Wundert sich fortlaufend was für ein Mist über Lebewesen die nicht Mensch sind schreibt, redet.  Wie zu oft versucht wird den Menschen als einzig denkendes und fühlendes Wesen darzustellen. Das ist zwar völliger Unsinn doch immer noch im Denken verbreitet.
Aber es ist auch kein "Überwesen" sondern gleichsam ein Lebewesen das denkt und fühlt, mental auch Schwankungen unterworfen ist. Ein Lebewesen mit individuellen Vorstellungen, Interessen, Wünschen. "Einzig" was hier alle unsere Vierbeiner in gleicher Form/Intensität verbindet ist ihren schusseligen Zweibeinern mitzuteilen das die Mahlzeiten pünktlich zu geschehen haben  .
Da wird auch Axel unruhig. 
Und nun schauen wir mal was die Zeit mit sich bringt. Wie sich alles weiter entwickelt. Im Rudel ist halt immer Bewegung.
 

April/Mai 2016

Seit der letzten Aktualisierung ist ein Jahr vergangen.  Nicht nur im Rudel ist immer Bewegung, sondern auch in der Entwicklung der einzelnen Rudelmitglieder. Von so mancher Last seiner Vergangenheit hat er sich befreit, ist selbstbewusst, geht aus sich heraus, über die Maßen freundlich, anhänglich und findet nur eines unerträglich.... Die Notwendigkeit das seine Leute (die mit den zwei Beinen) auch mal das Haus verlassen müssen. Das ist nach seiner Ansicht schlicht ein Unding. Er tut doch schließlich alles was überhaupt möglich ist. Jetzt hilft nur noch laut bellen um schlichtweg zu protestieren. Er hat ja recht....irgendwie.

Nun seit mehr als einem Jahr Zusammenleben mit dem drolligen Vierbeiner bringt er es nicht einmal zu einem winzigen Tadel. Nö. Er ist eher damit bemüht zu zeigen was alles ihm steckt. Jede einzelne Facette seiner Persönlichkeit. Das was ich/wir von jedem Hund fordern. Die eigene Persönlichkeit zu erkennen, zu entfalten, sich einbringen in das soziale Geflecht bestehend aus Zwei,-und Vierbeinern. Den eigenen Charakter bewahren, eigene Vorstellungen voran zu treiben. Eigene Gedankenmodelle entwerfen, umsetzen. Im Grunde nichts anderes was mir als Kind so durch den Kopf schwirrte und unentwegt weiter schwirrt.

Axel ist nicht nur äußerlich schön

Sein Angestammter Platz in seinem Hundebett ist ihm geradezu heilig.

Rico, Axel, Roy, Sunny

Zur Not darf auch Lady mit hinein

 

Vor vierzig Jahren begann mein Leben mit dem Hund. Davor war es ein Mischlingshund der meine Ängste nahm, später eine Deutsche Schäferhündin mit Namen Senta die den Willen einen eigenen Hund zu besitzen fest implementiert hatte.

Nach einigen Umwegen würde ich sagen das für mich der Deutsche Schäferhund und der Hovawart Priorität hat. Der Leonberger nicht mehr weil diese von der Lebenserwartung doch zu oft zu früh gegangen waren. Man besinnt sich zudem auf die Anfänge und da heißt es wohl "Back to the roots". Dazu die Erfahrungen mit Ivo, Dojan, Asko, die vor allem durch ihr Wesen überzeugten. Axel bestätigt erneut diese in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen. Einschränkend würde ich sagen das ich bezüglich der Zucht dieser Rasse mit Sicherheit nicht so nette Worte von mir geben würde. Wenn Schäferhund dann ein Vierbeiner der Rasse aus dem Tierschutz. Von Zucht/Züchtern habe ich die Nase voll. Viel zu oft verbergen sich dahinter Eitelkeit, Profilierungsgelüste, aber auch der schnöde Mammon.  Nein. Mit Sicherheit nicht bei Allen, doch finde mal ein weißes Schaf unter den vielen schwarzen Schafen. :-)

OK. Ich bleibe mal bei Nachbetrachtung der Vergangenheit. Die vielen positiven Erlebnisse im Leben ließen es gar nicht anderes zu das Axel hierhin kam. Und so erinnert man sich und ist recht froh das es jetzt so ist wie es ist.

Für Axel ist es ein Kinderspiel seine/seinen Zweibeiner um die Pfoten zu wickeln. Er ist halt ein lieber Kerl mit der schäferhundtypischen Bereitschaft dabei nur selten die Klappe zu halten.

 

Axel mit Roy & Sunny

Im Gleichschritt voraus.

Axel ist ein Hund mit Vergangenheit die er hinter sich gelassen hat. Den ehemaligen Halter hingegen würde ich liebend gern mit nicht so netten Gedanken übers Gelände jagen und danach in den Zwinger stecken. Das ganzjährig, also nicht nur im Frühling/Sommer.

Wir machen hier keinen Unterschied zwischen Mensch und Hund. Will heißen das ein Hund für uns die gleiche Wertigkeit besitzt wie ein Mensch. Ein Lebewesen auf Augenhöhe, kein Untergebener. So einfach und doch für mancherlei etwas merkwürdig. 

Wie merkwürdig erscheinen uns dann Menschen die das als merkwürdig finden?

 

 

 

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